Teufenbach 1 & 2

Im Rahmen der regionale12 entstand ein Kunstprojekt gemeinsam mit den BewohnerInnen des Seniorenheims Schloss Neuteufenbach. Von Oktober 2011 bis Juli 2012 arbeiteten diese Zielgruppe gemeinsam mit ehrenamtlichen ProjektteilnehmerInnen und KünstlerInnen unter dem Motto “Lebenslust – Teufenbach 1″. Nach der regionale12 hat sich das Projekt weiterentwickelt und es entstehen im Moment unter dem Projektnamen “Teufenbach 2″ ein Buch und ein Hörspiel.

 

“Lebenslust – Teufenbach 1″

Das Projekt hatte einen zweifachen Fokus: Das Erzählen des eigenen Lebens und dadurch die Teilnahme an künstlerisch-kreativen Prozessen.
Durch den Kontakt, der durch diese Prozesse ermöglicht wird, empfinden sich die Hochbetagten zu recht sozial verortet, erleben sie sich als aktiv und wertvoll.
Die KünstlerInnen von uniT begleiteten die Prozesse. Sie sind ExpertInnen, wenn es um das Kreieren von Atmosphären und um symbolisches Handeln geht.

Bereits im Herbst 2011 wurde das Projekt im Seniorenheim Schloss Neuteufenbach vorgestellt. Die erste Aktion war eine Fotosession mit allen Beteiligten im Seniorenheim (BewohnerInnen, Pflegepersonal, Gäste). Aus den Bildern entstand eine Ausstellung im Seniorenheim (Hier finden Sie Fotos).
Im Projekt “Teufenbach grüßt die Welt” wurden Geschichten der BewohnerInnen, mit alten Fotos und einem 3D-Modell des Ortes Teufenbach zu Collagen verarbeitet, die als Postkarten in die ganze Welt verschickt wurden. 137 Antworten kamen zurück nach Teufenbach.

Stofffahnen

In einer Workshopreihe “Stoff für Geschichten” stehen die Erinnerungen, Geschichten und die Kleidung der alten und hochbetagten Menschen, die mit diesen
Geschichten verbunden ist, im Mittelpunkt. Dabei wurde das uniT Team von der Autorin Natascha Gangl unterstützt, die in Interviews Geschichten sammelt und (zum Teil gemeinsam mit den BewohnerInnen) literarisch verarbeitet. Aus Zitaten dieser Gespräche und Interviews gestalteten uniT-KünstlerInnen 25 unterschiedliche Textfahnen, die im gesamten Ort aufgehängt wurden. 8 Studierende der Akademie der bildenden Künste Wien, Klasse für Textildesign stießen zum Projektteam – sie verwandelten die Geschichten gemeinsam mit den alten Menschen in Stoffdrucke, nahmen Anleihen bei Stoffmustern aus den Jugendtagen dieser Menschen, suchten mit ihnen gemeinsam nach fast vergessenen Lieblingsstücken und kombinierten sie mit neuen tragbaren Materialien. Erinnerungen wurden über den Stoff kanalisiert und transportiert.

Stoffe

Nach der regionale12 Eröffnung öffnete Das Nähatelier in Murau seine Pforten. Ziel war die Umsetzung einer eigenen Modekollektion in zwei Wochen. Besonderes Augenmerk wurde dabei darauf gelegt, dass es für ältere Menschen möglich ist, die produzierte Kleidung tatsächlich anzuziehen (Fotos vom Nähatelier).
Beim Dorffest im Juni 2012 wurden die zu Kleidern, Schürzen, Krawatten und Westen verarbeiteten Stoffe in Tablaux Vivants präsentiert. Die gesammelten und verarbeiteten Texte von Natascha Gangl, sowie ein weiteres Fotoshooting der Tablaux Vivants bzw. der ProtagonistInnen standen im Zentrum des Dorffestes. Weit über 300 Gäste kamen zu diesem Fest. Mehr als 20 BewohnerInnen des Seniorenwohnheims repräsentierten ihre Geschichten selbst auf der Bühne. Alle anderen, denen es möglich war, nahmen als Gäste daran teil und trugen ihre Kleidungstücke aus der Kollektion Teufenbach 1 (Fotos vom Fest finden Sie hier).
Die im Projekt entstandenen Fotos wurden nach diesem Projektabschluss im öffentlichen Raum ausgestellt.

“Teufenbach 2″

Mit dem offiziellen Projektabschluss im Rahmen der regionale12 war für uniT das Projekt “Teufenbach” noch nicht beendet. Die Autorin Natascha Gangl, die bereits Teil des Teams von “Teufenbach 1″ war, verarbeitet aktuell ihre gesammelten Geschichten und Interviews zu einem Buch (Erscheinungstermin wird bekannt gegeben). Außerdem ist sie gemeinsam mit der Opernsängerin Friederike Harmsen und dem Musiker und Tontechniker Sergio Vasquez Carrillo vor Ort im Seniorenheim Schloss Neuteufenbach und produziert ein Hörspiel - inspiriert von den Gesprächen und Interviews während des regionale12 Projektes.

 

Weitere Fotos vom Fotoshooting bei der Eröffnungsveranstaltung finden Sie hier.

 

One Comment

  1. karoline seiringer sagt:

    ins rechte licht gerückt – die verwandlung in lebendiges altsein

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